nach ner 12 stündigen Fahrt erreichen wir endlich Tulum in Mexiko.
Was eine Strecke wir doch zurückgelegt haben. Unser Glück, der Minibus war nur halb voll – somit hatten wir ne 4er Reihe für uns alleine. Anstrengend waren nur die Grenzübergänge. Also von Guatemala nach Belize und Belize nach Mexico. Immer raus aus dem Bus, das ganze Gepäck umschnallen, anstehen, Ausreisestempel holen, latschen, anstehen, Passkontrolle, Formular ausfüllen, Einreisestempel holen. Das ganze nochmal bei Belize / Mexiko. Belize gibt’s nur weil die Engländer sich da langsam eingeschlichen und die Spanier nicht aufgepasst haben. Darf man halt bei Engländern nicht machen. Aber jetzt sind wir in Tulum / Mexico.
Wir haben mal wieder vorgebucht und unser liebgewonnener und geschätzter Tripadvisor erweist sich mal wieder als treffsicherer „Hotel- und Guesthouseführer“.
Das Guesthouse, naja, Hotel Posada Luna del Sur in Tulum city ist super! Die Zimmer, eher schon Appartements, sind gross, geräumig, sauber und mit Balkon. Zudem ist ne kleine Einbauküche drin – mit Kaffeemaschine und gratis Kaffee. Und ein Kühlschrank für Bier.
Die neuen Besitzer, ein Kanadier und seine Freundin aus USA und deren Bruder (alle in unserem Alter) schmeißen das Guesthouse. Sind super nett, gesellig, hilfsbereit. Der boy für alles und dessen Vater (Wachmann) sind auch sowas von herzig dass wir sie auf alle fälle auch erwähnen wollen. Kurzum: alles passt – hier lässt es sich aushalten. 4 Tage sind wir hier und tun nichts – außer fleißig Berichte schreiben
nun wollen wir an den Strand umzuziehen. Hat lange gedauert was einigermaßen günstiges zu bekommen. Die Preise am Strand sind der Wucher! Bis 250 Dollar pro Nacht – ähäm …. ja und warum? Die Amis zahlen ja alles. Vor allem heiraten sie hier mit Vorliebe oder verbringen ihre Flitterwochen.
Dank des Tipps von den Leuten im Luna del Sur finden wir aber was hübsches für 60 Dollar – zwar auch teuer – aber heeee wir haben das ganze Jahr über gut gewirtschaftet und schließlich sind wir in unseren letzten Wochen. Man gönnt sich ja sonst nichts
unsere Hütte – direkt am Strand ist super toll. Der Strand der Wahnsinn. Wir haben noch nie so einen weißen Sandstrand gesehen. So weiß, dass es ohne Sonnenbrille bei Sonnenschein nicht auszuhalten ist. Leider spielt das Wetter nicht so ganz mit. Es ist ziemlich windig und ab und zu regnet es.
Ein Highlight von Tulum haben wir verpasst. Die Mayaruinen direkt am Strand. Entweder hat es geregnet oder wir kamen hin und die Anlage war schon zu. Hmmm … hat nicht sein sollen. Wir sind aber nicht allzutraurig denn wir haben ja schon viele Tempelanlagen / Ruinen dieses Jahr gesehen, quasi overruined
Das Wetter wird nicht besser und deshalb beschließen wir weiterzuziehen.
Weiter geht’s mit dem Nachtbus nach San Cristobal. Die Fahrt ist überraschender Weise ganz angenehm. Man hat viel Spass und einen „liege“sitz. Super! Echt wie Business Class im Flugzeug. Wenn es nur nicht diese Drempel, Huppel oder wie man das auch nennt geben würde. In Mexico sind aus Verkehrssicherheitsgründen bei jeder Ansammlung von mehr als 5 Hütten diese Straßenhuppel auf den Asphalt geknallt worden.
Also alle 5 Minuten gibt’s nen Stoss. Manchmal übersieht der Busfahrer auch nen Huppel, dann gibt’s ne Vollbremsung und alle heben ab. Auch nicht schlecht sind die Strassenkontrollen. Um 2 Uhr Morgens laufen zwei junge Soldaten mit Taschenlampen durch den Bus und suchen sich wahllos n paar Leute aus. Die müssen dann mit raus und ihr Gepäck identifizieren das dann durchsucht wird. So nach Drogen, Waffen usw. Sabine nutzt die Gelegenheit um eine zu rauchen was ihr auch gleich eine Gepäckdurchsuchung beschert
. Ihr Kommentar danach: so schlampig wie die suchen finden die aber nie was. Joachim hat einfach weitergeschlafen. Die Fahrt zieht sich hin und am nächsten Tag um 14 Uhr erreichen wir San Cristobal.
San Cristobal de las casas ist die Hauptstadt der Provinz Chiapas. Wieder so eine schöne, rausgeputzte Kolonialstadt. Hatten wir schon einige dieses Jahr. San Cristobal ist auch jeden Fall nen Stop wert. Da es auf 2400 m liegt ist das Klima äußerst angenehm. Tagsüber Frühling, nachts kalt. Wir hängen drei Tage einfach ab. An einem Tag wollen wir eine indigene Dörfertour machen. Leider hat Sabine Kopfschmerzen und so zieht Joachim allein los.
Die Indigenen in der Gegend sind direkte Nachfahren der Maya. Insgesamt gibt es in Chiapas 8 verschiedene Gruppen. Alle haben ihre eigene Sprache und Gebräuche. Überall stehen grüne Kreuze, ein Mayasymbol für Leben und Verbundenheit mit Mutter Erde. Fotografiert werden will hier niemand. Viele glauben immer noch es würde die Seele rauben. Unser Ziel ist San Juan Chamula. Was man hier gesehen haben muss ist die Kirche. Sieht aber nur von aussen aus wie ne Kirche. Innen drinnen ist es ein Maya Heilungstempel. Die Kreuze hat man gelassen, die Heiligenstatuen auch. Fotografieren ist – na klar – streng verboten. Die ganze Kirche ist mit Pinienzweigen ausgelegt. Tzeltal (die lokale indigene gruppe) Familien mit ihren Ritualen beschäftigt. Wichtig dafür sind Kerzen, Räucherstäbchen, zuckerhaltige Erfrischungsgetränke (z.B. Cola) und ein Huhn, zur Not tut es auch ein Ei. Erst werden Kerzen angezündet, dann die Räucherstäbchen. Die ganze Zeit werden Verse rezitiert. Zum Schluss wird die Cola getrunken, dann das Huhn über dem Ganzen geschwenkt und es geht wieder raus. Das alles ist sehr beeindruckend, neee, es ist die abgefahrenste Kirche in der Joachim je gewesen ist. Das ganze ist so cool, das wir am nächsten Tag nochmal zusammen mit dem Taxi hinfahren. Das muss Sabine einfach gesehen haben.
Am Abend brechen wir auf, unsere letzte Nachtbusfahrt. Unsere letzte Busfahrt überhaupt in diesem Jahr, auf unserer Reise. Es geht in die Provinz Oaxaca wo wir die letzten 10 Tage in San Agustinillo am Strand verbringen wollen, also Urlaub vom Urlaub…denn danach geht’s zurück. Ups, Jahr schon rum???
Aaaalso, San Agustinillo liegt zwischen Mazunte und Zipolite, bekannteren Backpackerdestinationen. San Agustinillo ist ein bisschen gesetzter und ruhiger, aber auch etwas gehobener. Da es für uns ja eh die letzten Tage sind buchen wir was nettes und teuereres. Ein tolles Zimmer im Puntaplacer für 900 Pesos die Nacht, also 70 dollar. Dafür gibt’s aber auch ein wunderschönes Zimmer mit Terrasse und Hängematte, Kühlschrank und liebevoll gestaltetes Bad. Das ist mal echt toll, richtig toll! Und empfehlenswert. Wermutstropfen: das französische Pärchen das die Anlage managed. Er kriegt echt den Mund nicht auf – außer zum pfeiffen und das macht er ohne Witz immer! Außerdem wirkt er mega arrogant – und das seinen Gästen gegenüber !!! was ein Sozialkrüppel !! Sicher ist er aber nur unsicher.
Sie, Claire, macht dann auch die eigentliche Arbeit. Na ja wenn sie mal da ist – morgens geht’s immer zum Yoga (ich bin so toll und mache yoga!) aber immerhin kann sie, im Gegensatz zu ihrem Mann, reden. Zwar nur mit Joachim – aber immerhin!
Das Personal ist z.T. stinkfaul und unmöglich. Gilt nicht für den jungen schlanken Mexikaner dessen Name wir vergessen haben. Der ist super!! Was wir ausdrücken wollen: mit einer liebevollen und persönlichen Leitung wäre das Punta Placer sicher eine der Top 3 Adressen des Jahres geworden. Ach ja, Wlan gibt’s auch, nur wird das meistens nachts abgeschaltet wegen der vielen Lichter die im Schlafzimmer von den Managern sonst blinken. Also immer Bescheid sagen wenn man laaaaaange surfen muss und will.
San Agustinillo ist ein absoluter Traum und wir sind sehr glücklich dass es zum Abschluss passt….haken wir zunächst mal die Unterkunftsmöglichkeiten ab. Wie immer: der Planet LÜGT, LÜGT, LÜGT. Try to go where it is not recommended by Lonely Planet! Was nicht lohnt ist das El Sueno. Preis Leistung passt nicht. Alternative Unterkünfte, auch günstiger wären „Mexico Lindo e rico“. Fausto ist hier der Chef und er ist mal total nett und entspannt. Übrigens ist Fausto auch der Mehrheitseigentümer vom Punta Placer…schade dass er das Puntaplacer nicht macht. Das Hotel Malex ist auch ok, besonders das Appartement mit Terrasse im 2. Stock.
Restaurantmässig geht außerhalb der Hauptsaison wenig. Wir waren einen Abend im El Secreto. Das geht so schief wie es kann wenn Mexikaner französische Gerichte kochen sollen. Es war eines der langweiligsten und vor allem leidenschaftslosen Essen des Jahres. Ok, gleich zum Highlight wo wir alle anderen Abende waren: das Tio Nerone! Hell yes! Wie lecker! Wie speziell! Wie herzlich! Wie einzig und besonders!!
So, schaut Euch mal die Internetseite an: www.tionerone.com
Vielen Dank an die Besitzer des Tio Nerone: Tina und Guido für Offenheit, Direktheit, Herzlichkeit und – deswegen sind wir ja eigentlich dahin gegangen – super leckeres Essen. Die Nudeln suchen Ihresgleichen und das ist was Ihr da essen solltet. Es sei denn es gibt Pizza, dann natürlich die. Fisch und Fleisch sind auch gut, aber diese Nudeln…..mann, mann, mann. Ach ja, Dessert immer Tiramisu, immer frisch gemacht von Tina, immer ausverkauft am Ende des Abends. Dessert kriegt auch nur der der vorher nen Hauptgang hatte. Wir reservieren immer schon bei der Getränkebestellung.
Aaaalso, Tina ist aus Deutschland, Guido aus Italien. Die Beiden sind ein erfahrenes Travellerpärchen die sich irgendwann in San Agustinillo niedergelassen haben. Zimmer haben sie zur Not auch. Einfach und günstig, für 5 Euro mit Toilette übern Hof. So genug Werbung gemacht aber hey: das beste Restaurant – und hier liegt die Betonung auf dem Gesamtpaket – am Ende des Jahres zu finden ist doch auch was. Wobei es ja bei Nut auf Koh Jum auch immer köstlich ist…und bei Salim in Varkala…
Die Abende in San Agustinillo verbringen wir immer im Tio Nerone bei Tina und Guido. Und meist sitzen wir noch länger mit den beiden und den anderen Stammgästen. Irgendwann steht die Flasche billiger Mezcal – der Beste und einzig leckere – auf dem Tisch. Genau darum fühlen wir uns schnell ins Dorf integriert und nach zwei Tagen beim Spaziergang immer jemanden zu treffen den man kennt gefällt uns sehr. Und ja, vielleicht tut das nach nem Jahr besonders gut.
Die Tage verbringen wir zwischen Strand und Terrasse, unterbrochen durch nen Strandspaziergang und ner Limo bei Mexico Lindo y rico, also bei Fausto. Joachim drängt zunächst darauf ein Moped zu leihen und die Gegend zu erkunden. Geschenkt, genug erkundet! Das Abhängen ist einfach zu schön. Die Strände sind so gut wie leer und in einer Woche ist Hauptsaison. Wow!
Eine Sache müssen wir aber noch mitnehmen! Es ist Dezember und die Wale ziehen gen Süden. Außerdem kann man mit Schildkröten schwimmen und Delfine sehen. Die Tour dauert 3 Stunden und kostet 9 Euro. Ne Garantie gibt es aber „nur“ auf Schildkröten. Für nen Euro mehr kriegt Joachim noch ne Angel mit. Super. Wir fahren raus, außer uns noch der Kapitän, ein Guide und ein französisches Pärchen. Nach 5 Minuten surrt es an der Angel. Das Fischeinholen ist mal verdammt anstrengend und geht in die Arme. Gefangen wird hier eine Art Thunfisch. 2 Minuten später der nächste Biss. Während Joachim ins Schwitzen kommt – die Viecher sind überaus kräftig – werden vorn im Boot Delfine gesichtet. Uff, das ist ja Stress hier. Also den Delfinen hinterher. Auch wenn wir diese Tiere schon zweimal gesehen haben dieses Jahr – wow, wie hübsch. Gleichtzeitig hinten im Heck, Zack, nächster Biss. Diesmal Joachim und der Kapitän. Hoffentlich kein Delfin…während also hinten unter immer größeren Anstrengungen gekurbelt wird tauchen vorne andere Flossen auf. Wale. Uff. Also den Walen hinterher. Geht nicht weil nach einer Minute der nächste Biss kommt. Ok, für nen Euro genug gefischt. Jeder im Boot kriegt jetzt einen ab und außerdem sind da vorne Wale. Angel weggelegt. Ist aber sehr fischreich da.
Ja, und was soll man über die Wale sagen? Immer wieder ein tolles Gefühl, das nutzt sich nicht ab. So wunderschöne und majestätische Tiere. Davon können wir nicht genug bekommen. Wir sind zwei Boote und begleiten drei Wale ca. eine Stunde. Sie sind uns richtig nah. Wie toll! Dann sehen wir einen Vogelschwarm über dem Meer, ein Zeichen das Delfine jagen. Und tatsächlich, ca. 50 Tiere haben einen Fischschwarm eingekreist. Ein unglaublicher Anblick. Schnell lassen wir uns ins Wasser gleiten, wir wollen die Gesänge der Delfine hören und evtl. sogar mit ihnen schwimmen. Doch sie sind so schnell verschwunden wie sie gekommen sind.
Eh schon völlig geflasht und glücklich können wir eigentlich wieder zum Ufer fahren. Aber hey – da fehlte noch was. Die Schildkröten. Immer wieder sehen wir welche und bei einer springt der Guide ins Wasser und hindert sie daran wegzutauchen. Aha, das heisst also „swim with turtles“. Er hält sie fest und jeder darf mal anfassen. Bei vier Leuten dauert das nicht lange – immerhin. Sabine hält sie auch mal fest und während die Schildkröte aus dem Wasser schaut säuft sie fast ab. Verkehrte Welt aber lustig anzuschauen – siehe Foto.
San Agustinillo gefällt uns sehr, sehr gut. Da wollen wir nochmal hin. Perfekt für zwei Wochen Urlaub. Viel zu schnell vergehen diese letzte Tage und am13.12. fliegen wir von Huatulco (30 min von San Agustinillo) nach Mexico City. Wir wollen einen Tag shoppen und am 15.12. geht’s Morgens zurück nach Deutschland. Das Shoppen in Mexico City ist enttäuschend, wir hatten auf günstigere Preise gehofft. Und ganz Mexico City ist im Weihnachtswahn. Das gepaart mit der grundsätzlichen Trash – Affinität des Latinos an sich wird sehr schnell anstrengend. Hübsch ist es in Polenca, dem Ausgehviertel. Und gut essen kann man da. Ansonsten nervt mal wieder das Taxigewerbe! Im Hotel wird gewarnt, man solle nicht mit öffentlichen Taxen fahren. Zu gefährlich, es drohen Entführungen. Stattdessen soll man immer mit den Touritaxen hinterm Hotel fahren. Nur die kosten das Dreifache und werden damit ganz schön teuer! Wir finden es widerlich, wie die Mexikaner eigene Landsleute schlechtmachen (also die Taxifahrer) um mehr an Touristen zu verdienen. Nö!!!! Ein bisschen Spanisch langt und wir fahren nur mit den „normalen“ Taxen. Und die Taxistas sind auch die spannenderen. Keine schlechten Erfahrungen! Nachmachen!
Am 15.12. sitzen wir dann im Flieger. Über Miami und London geht’s nach Stuttgart bzw. Hamburg. Die Gedanken während des Fluges lassen sich nur schwer in Worte fassen – ach eigentlich auch im Kopf !!…. Wir wissen selbst nicht was wir von der ganzen Sache – also das Heimkommen – denken sollen. Klar die Vorfreude auf Famile und Freunde ist da aber heeeeee unser fantastisches, einzigartiges, rockendes, unglaublich tolles Jahr ist rum
Es ist total seltsam als wir uns in London voneinander verabschieden und in Heathrow das gemeinsame Abenteuer, den gemeinsamen unglaublich tollen genialen fantastischen Trip beenden. Auf einmal ist es vorbei. Und auch wenn wir das vier Wochen später schreiben fühlt es sich immer noch so an wie in einen luftleeren Raum geworfen zu werden. Da ist erstmal ein großes Nichts. Bomm, auf einmal ist es vorbei. Hallo Deutschland. Doch dazu später mehr – in einer Nachlese.
Kinners, hell yes, alles ist gut solange wir wild sind. Venceremos!!










































































































































































































































































































































































































