auf geht’s nach peru. Unser ziel: cuzco
leider finden wir keine direktflüge oder vernünftige gabelflüge, deshalb haben wir eine übernachtung in lima. „ham wir hier schlechtes klima, fahrn wir sofort nach lima ……….“
na ja das stimmt nicht so ganz. Bedingt durch den humboldtstrom hängt eine mega nebelwand über das gebiet: alles ist grau und farblos.
Aber egal – am nächsten morgen geht’s wieder zum flughafen und nach 1 stunde landen wir glücklich in cuzco.
Cuzco, die alte hauptstadt des inkareiches, liegt auf 3416 meter höhe, im peruanischen andenhochland, und hat ca 320.000 einwohner.
Die erhalten gebliebenen Inka-Ruinen und die Innenstadt mit ihren Kolonialbauten wurden 1983 durch die UNESCO zum Welterbe erklärt.
Für die inkas war cuzco der nabel zur welt.
Schnell ist auch eine bleibe gefunden. Es gibt tonnen von guesthouses in cuzco. Unser wahl: das qorichaska hostal. Wunderschöner altbau mit patio und dahinter ein integrierter neubau, ebefalls mit patio. Zudem gibt es eine gemeinschaftsküche und kühlschrank. Super! Hier lässt es sich aushalten.
Plopp plopp plopp, kaum das zimmer bezogen macht sich zum ersten mal die höhe wieder bemerkbar – die kugel des deorollers schiesst beim aufmachen heraus … plopp! Sämtliche duschgels, shampoos usw müssen erst mal luft ablassen
köstlich und faszinierend.
Dann geht’s auf in die stadt. Zu fuss ist der kern der stadt einfach und bequem zu erkunden. Schön ist es hier! Ein friedliches hübsches städtchen mit all den kolonialbauten. Mittendrin indigenas aus den bergen die ihre ware an dem mann bringen wollen.
Die ersten ermüdungserscheinungen machen sich bei sabine bemerkbar. Also ab nach hause und trinken trinken trinken. Nicht zu vergessen – wir kommen von den galapagos inseln (0 meter) und nun sind wir auf 3416 meter höhe. Ein tipp: viel kokatee trinken – wegen der höhenkrankheit.
Und das machen wir – denn der tee ist köstlich. Leider schlägt die wirkung bei sabine nicht durch und die arme verbringt den ganzen abend im bett und ein spuckerle folgt dem nächsten.
Aber am nächsten morgen ist alles wieder gut – überstanden. Wir treffen ein tolles englisches pärchen, lisa und grant, und gemeinsam machen wir uns auf die suche nach einem trekk – mit dem endziel macchu picchu.
Die suche dauert und die tage in cuzco vergehen wie im flug. Wir fühlen uns sichtlich wohl. Tagsüber wenn die sonne raus kommt (und sie kommt immer!) ist es richtig schön warm – zeit für flip flops und tshirt. ABER sobald die sonne weg ist wird es eisig. Zum glück haben wir 4 dicke decken und heisses wasser in unserem zimmer.
Cuzco ist mittlerweile eine echte touristadt, trotzdem hat sie ihren charme nicht verloren. Einige der hausmauern stammen noch aus der inkazeit.
Die bauweise, die fugenlose verblockung riesiger steine ist gewaltig und echt beeindruckend. Was eine kunst.
Zudem gibt es in jedem gässchen was neues zu erkunden. Sei es mal ein ausgebüchstes lama dem ein kleines kind in trachten gehüllt hinterher rennt oder einfach nur die schlichtheit. Schön ist es!
Ein muss zum ansehen ist die ruine der inkafestung saksaywaman.
Sie ist ist eine der bedeutendsten sehenswürdigkeiten aus der inkazeit und liegt ca 3 km oberhalb des stadtzentrums. Wahrscheinlich sollte diese Anlage den am meisten gefährdeten Zugang zur Stadt schützen. Tatsächlich verschanzten sich hier während der spanischen Eroberung hunderte von Kriegern hinter ihren Mauern. Die Anlage wurde dabei teilweise zerstört, später auch noch von Erdbeben heimgesucht, so dass heute nur noch etwa ein Drittel von ihr erhalten ist.
Der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wiegt über 200 Tonnen. Ungeklärt ist, wie die Inka die Steine transportiert haben, da sie weder Rad noch Rolle kannten. Für die Bearbeitung verwendeten sie spezielle Steinwerkzeuge, denen selbst harter granit nicht standhielt.
Ein grosses ereignis steht an – das entscheidende qualispiel zur wm 2010, russland – deutschland. Nur, wo schauen wir das spiel, um immerhin 10.30 Uhr ortszeit in cuzco, dass mit sportsbars leider und gott sei dank noch nicht gesgnet ist. Wir fragen uns rum aber kommen nicht weiter. Auch lisa und grant finden keinen laden der garantiert das deutschlandspiel zeigt. Schliesslich gehen wir zum deutschen konsulat, die müssen doch was wissen und wenn nicht sollen sie halt nen fernseher aufstellen…und in der tat, das deutsche konsulat nennt uns ein deutsches guesthouse und kaffee und der besitzer zeigt das spiel auf leinwand…und so kommen wir mit lisa und grant in den genuss die deutsche qualifikation live zu sehen. Insbesondere kommt grant in den genuss joachim als deutschen zu gratulieren mit „cu in south africa“. Ja, england war ja diesmal schon frueh qualifiziert, ist ja auch nicht bei jedem turnier so….ein wort noch zu grant. Wir haben nie jemanden getroffen der sich im fussball so gut auskannte wie er. Name it, he knows it! Das ist echt unglaublich. Grant schlägt alle. Seine zweite leidenschaft sind übrigens flaggen aber das ist eine andere geschichte. Komisches volk die engländer. Aber die hier mögen wir echt gern.
nun aber zurück zum trekken:
Der wohl bekannteste trekk, der inka trail, ist für uns nicht möglich da dieser im voraus (3 bis 6 monate) gebucht werden muss. Kurzfristig ist da nichts zu machen:
hintergrund: der alte versorgungsweg der inkas ist schlichtweg von touris überlaufen und droht zerstört zu werden. Das ökosystem macht da nicht mehr mit. Deshalb wird nur noch eine begrenzte anzahl an personen der zutritt gewährt. Von 500 pro tag ist die rede! Es ist auch im gespräch den trail 1 oder 2 monate im jahr ganz zu schliessen.
Zu dem inkatrail gibt es diverse alternativen. Wir entscheiden uns für den lares trek. Dieser trek wird am wenigsten gebucht und es ist schwer mitstreiter zu finden (das würde die kosten senken).
Lares trek:
Dies ist eine fantastische Wanderung, die weit von den touristischen Pfaden wegfuehrt, wenn man aus dem Heiligen Tal der Inkas hinauskommt und weiter ins naechste Tal geht – das Tal von Lares. Bei der Ueberquerung der Berge kann man die spektakulaere Landschaft der Anden, Fluesse, wildlebende Tiere und auch traditionelle Andendoerfer sehen. Viele dieser Menschen sind noch traditionell gekleidet. Man kann sie schon von weitem sehen in ihrer roten und schwarzen Kleidung, waehrend sie ihre Schafe oder Lamas hueten.
Der hauptgrund warum wir diesen trek gewählt haben: der kontakt mit den menschen, hier sehen wir mehr land und leute als auf allen anderen trekks.
Lisa und grant werden leider nicht mitkommen da ihnen der trek zu teuer ist. Schade eigentlich – wir wären ein tolles team gewesen. Weitere mitreisende finden weder das trekkingbüro noch wir. Deshalb besteht unsere gruppe aus uns, dem guide alcides, der köchin katy, dem pferdehirten und seinen 3 pferden. Auch nicht schlecht – oder?
Apropos 3 pferde: eins davon ist das emergency pferd falls sabine den pass auf 4300 meter nicht hochkommt
am abend kaufen wir noch geschenke für die andenkinder. Bunt- und malstifte, kreide, fussbälle, hefte usw.
früh morgens um 04.45 uhr werden wir abgeholt. Nach 3 stunden busfahrt erreichen wir den ersten stopp pisac – hier wird der bus gewechselt. In der zwischenzeit gehen wir mit unserem chaotischen guide und seiner bekannten, der köchin, auf den dortigen markt. Hier können wir das erste mal in peru das richtige dorfleben schnuppern. Weit und breit kein touri in sicht. Wir wissen gar nicht wohin wir schauen sollen – alles ist anders. Sei es die trachten der bevölkerung, noch die art und weise wie die frauen ihre kinder und oder gepäck tragen – nämlich im tuch auf den rücken gebunden – oder die von joachim so geliebten
tirolerhüte … toller markt. Das ist für uns südamerika !
Hier sehen wir auch zum ersten mal schwarze maiskolben!
Nach dem einkauf geht’s mit dem tuk tuk (die gibt’s wohl auf der ganzen welt und nicht nur in asien!) zurück zum busbahnof. Mit dem nächsten bus geht’s nochmal 2 stunden weiter.
Weiter geht’s den berg hinauf. Immer höher und höher. Der ausblick ist toll. Endlich endstation und unser trek kann beginnen.
Nach einem dürftigen frühstück am wegesrand errreichen wir das erste dörfchen. Wir sind bei einem bauern zum mittagessen eingeladen. Vorher erkunden wir noch die gegend und besichtigen eine andenziegelei. Ein mann schippt tonerde in ein wasserloch, n bisschen stroh dazu. Dann ne stunde drauf rumtanzen, in ne ziegelform, trocknen lassen, feddich. Alles ist sehr ärmlich und karg.
Das mittagessen besteht aus kartoffeln in unterschiedlicher form und farbe. Dies ist ein typischer snack der andenbewohner. Der gastherr ist sehr zurückhaltend aber super freundlich und vor allem herzlich.
Für uns ist es eine sehr nachdenkliche erfahrung in seinem haus und es ist kaum vorstellbar so leben zu können. Jegliches jammern unsererseits erscheint schlichtweg jämmerlich ja echt lächerlich.
Seine kinder sind noch in der schule (jeden tag 1 stunde fussmarsch hin und 1 stunde zurück!) deshalb geben wir ihm die geschenke die wir mitgebracht haben.
Weiter geht’s. Nach 2 stunden erreichen wir unser erstes etappenziel: lares hotsprings – aguas caliente … also heisse quellen. Hier bauen wir unser zelt auf und springen erst einmal in das wasser – und das ist mal richtig heiß.
Nach einem leckeren abendessen verkriechen wir uns in unser zelt und schlafen erschöpft und müde, bedingt durch die heissen quellen, ein.
Der nächste morgen ist da und der schwierigste teil des treks steht vor uns. Heute gehen wir auf den 4300 meter hohen pass hoch.
Heute ist auch eine großartige gelegenheit, einige blicke auf winzige andendörfer zu erhaschen. Entlang des weges passieren wir auch einheimische bauern die sich um ihre lama – und alpakaherden kümmern.
Apropos lama: habt ihr gewusst das lamas bis zu 20 kilo tragen können. Das witzige: sind es mehr legen sie sich einfach hin und verweigern das aufstehen oder gehen
überall begegnen uns kinder in ihren traditionellen trachten auf ihrem schulweg. Sie müssen täglich meist 1 oder 1 ½ std fussmarsch zurücklegen. Oder noch nicht schulpflichtige kinder erspähen uns und rennen laut rufend auf uns zu. Immer wieder packen wir die geschenke aus und sind froh den kids was vernünftiges geben zu können (viele haben leider nur süsses dabei – was ja absolut gar nicht geht – mangels zahnhygiene in den bergen).
gegen mittag erreichen wir das dörfchen in dem wir mittagspause machen. Es ist kalt hier oben. Zudem sind unsere köchin und die pferde samt ausrüstung noch nicht da. Egal, unser guide, muss ran – zunächst gehen joachim und er erstmal in den dorfladen einkaufen. Das geld zum bezahlen leiht sich alcides von joachim. Zurück werkelt er an einem feuer das mehr raucht als brennt. Wir ermahnen ihn, dass wir in anbetracht des heutigen restpgrogramms – wir haben laut ihm noch 4 stunden zu laufen – um 1 auf jeden fall weiter muessen. Das bringt ihn ganz schön ins schwitzen. Zu seiner rettung biegen 2 minuten später die pferde samt katy um die ecke. Sie sollten uns zwar schon vor knapp 2 stunden einholen aber hey. Besser spät als nie…
obwohl wir darüber gar nicht urteilen dürfen stellen wir mit entsetzen fest wie dreckig die kinder sind. Und mit dreckig meinen wir dreckig. Sie wirken auf uns verwahrlost. Das tut weh. Ausserdem haben alle sandalen an und das bei der kälte.
nach der mittagspause geht’s nochmal knapp 600 meter hoch auf den pass auf 4300 meter höhe. Die landschaft, die luft, das panorama ist atemberaubend schön. Atemraubend anstrengend ist aber auch der weg den pass hoch. Wir haben auch ein zügiges tempo drauf, da unser guide seinem zeitplan mal wieder zwei stunden hinterherhängt. Sabine kommt leider nicht mehr mit und lässt sich dankbar auf dem emergency pferd nieder. Na ja so ganz entspannend sieht der ritt aber auch nicht aus – ist er auch nicht. Aufgrund der höhe werden mensch und tier auch immer langsamer. Als wir endlich oben auf dem pass sind zieht das wetter leider sehr schnell zu. Das heisst zum einen: leider kein weiter schöner blick, aber zum anderen: absteigen und das möglichst schnell. Unser tagesziel, ein lagunensee auf 3900 metern höhe liegt noch eine stunde fussmarsch entfernt. Kurz vor der lagune begegnen wir riesigen lama- und alpakaherden.
Als wir ankommen bleibt uns noch eine stunde tageslicht. Also zelt aufbauen und die athmosphäre geniessen. Joachim baut sich aus ner übrig gebliebenen zeltstange – unser verpeilten reisebegleiter haben das grosse ess-und aufenthaltszelt mit seilen an steinen festgebunden – ne angel und geht erfolglos noch ne stunde ans wasser. Das ganze szenario ist unheimlich schön, mystisch und beeindruckend.
sobald es dunkel ist kommt die schweineskälte. Wir ziehen alle klamotten an die wir dabei haben:lange unterhose, trekkinghose, 3 paar socken (trekking-, knie- und fette wollsocken), 4 tshirts, 2 langarmshirt, den dicken sweater, windjacke, schal, mütze und handschuhe an …. echt ohne witz
!
aber der knaller: der pferdehirte latscht noch mit seinen sandalen (ohne socken)rum. Das ist hier oben aber normal…
mädels: aufs klo gehen macht hier oben gar keinen spass – erst mal wegen den ganzen klamotten aber vor allem weil es hier oben keine büsche oder bäume gibt …..
Bibbernd sitzen wir alle im esszelt, der wind pfeift durch und katy versucht zu kochen,zwischendrin kracht das halbe zelt zusammen, alle halten irgendwo was fest. Warum katy ausgerechnet hier und an diesem abend ein buffet zaubern will erschliesst sich uns nicht…nach einer halben stunde bitten wir um das was fertig ist. Zitternd essen wir, das ist definitiv das kälteste abendessen des jahres! Nach dem essen geht’s sofort ab ins zelt und tatsächlich passen wir mit allen klamotten noch in unseren schlafsack rein. Und nochmal tatsächlich, wir schlafen gar nicht so schlecht. Vielleicht liegts aber auch am heissen grog. Warum sieht sabine am nächsten morgen eigentlich so gerockt aus?
Wie geil ist es, dass während des frühstücks herden von lamas und alpakas 5 meter entfernt an uns vorbei laufen. Hilft alles nix, leider muessen wir schnell weiter. Auf dem weg ins tal laufen von allen häusern die kleinen kinder mit lautem „ola“ zu uns. Sie sind es leider schon gewöhnt dass touristen meistens geschenke dabei haben…nach 3 stunden marsch sind wir im nächsten dorf. Leider haben wir hier noch keine funkverbindung und alcides muss nochmal wegen unseren zugtickets telefonieren…häh? Wieso hat er die denn nicht schon dabei??? also warten wir im dorf geschlagene zwei stunden. Als alcides zurückkommt ist es so spät dass wir mit nem auto weiter ins tal muessen da wir sonst unseren zug verpassen. Gut, da ham wir nix dagegen. Besonders weil es anfängt zu regnen.
Im tal an der bahnstation angekommen ist der „kontaktmann“ mit den tickets nicht da. Alles anderen touris sind schon im zug und wir warten am tor. Eine minute vor abfahrt kommt alcides angerannt und wir haben tatsächlich die tickets in der hand. Rein in den zug und auf geht’s nach macchu picchu…